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Gesund werden

Kann ganz schön anstrengend sein, so ein malischer Patient.

Alle kommen ihn zu grüßen (saluer le malade) und gute Besserung zu wünschen (meilleure santé, meilleure santé), alle Stunden quietscht das Gartentor: Souleymane, unserer Guide bei allen Wanderungen in der Falaise mit unseren Freunden, ein Bruder von Elène, eine Tochter von Elène, 10 Kinder aus unserer Straße, Aly, ein ehemaliger Chauffeur vom Projekt, Youssouf, der ehemalige Agronom vom Projekt, Souleymane, der Autowerkstättenbesitzer, Bruno, der rechte Nachbar, Sidibe, der Nachbar linkerhand, die Frau von Bruno, Aly, der Rezeptionist vom Hotel Falaise der dabei ist ein Cyber-Café aufzubauen, Bagayogo, der Projektbuchhalter, Amidou, der ehemalige Wächter von Thomas, Djiguiba, der Hausbesitzer, ein unbekannter Freund von Diewolo, Moussa, der begnadete Gärtner*, Badji, der Schlosser… : „Il ne mange pas? Il doit manger, il doit bien manger! Il fume trop? Ce n’est pas bon ! Il doit pas fumer, il doit pas fumer! Il a beaucoup de douleur? Ca va aller, ca va aller, ca va passer! Ca va mieux quand même? Meilleure santé ! Courage, courage, vraiment ! Meilleure santé, meilleure santé !“

Und alle erzählen eine Erfolgsstory von dem traditionellen Heiler in Ficko. Nach der Diagnose im Spital von Mopti wäre dies – neben einer Überstellung nach Bamako oder gar nach Europa – die dritte Option gewesen. Niemand ginge mit einem Knochenbruch ins Spital sondern man fährt nach Ficko, alles wurde dort geheilt und rehabilitiert: falsch zusammengewachsene Bein- und Armknochen hat der Heiler wieder auseinandergebrochen, neu geschient und wiederhergestellt, postoperative Schmerzen kuriert, einen angeschwollenen Arm, den sie im Spital amputieren wollten, behandelt und gerettet, ein gebrochenes Schlüsselbein ist binnen einer Woche ausgeheilt….

Früher waren die Heiler in Anakanda die Besten, erfahren wir bei diesen Krankenbesuchen. Aber die Gier nach Geld und Reichtum hielt Einzug im Dorf. Für das Wunder des Heilens darf man aber nichts verlangen, jeder gibt das, was er will und kann. Darum wurde Anakanda diese Gnadengabe weggenommen und macht nun in Ficko Station.

Alle Alternativmedizin-Anhänger mögen Hinnerk verzeihen: Er hat in diesem Fall mehr der guten alten Schulmedizin vertraut und ein Röntgenbild kann etwas unheimlich Wertvolles für die eigene Sicherheit sein.

* Wolfgang, Karin, Michl: Gestern abend gab es Romanesco, von Moussa groß gezogen, mit Mandel-Kapern-Brösel nach dem Rezept aus Eurem Großen Italienischem Kochbuch!

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Heilungsverlauf

Ich befürchte, er ist bei seinem Unfall doch auch auf den Kopf gefallen. Demnächst will er als Klimt-Hundertwasser-Marabout in Bandiagara spazieren gehen.
Zwischen Klimt und Hundertwasser

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Er will einfach nicht mehr. Das ist die plausibelste Erklärung. Er will einfach nicht mehr Rad Fahren. Aber das zuzugeben ist nicht leicht für einen Mann mit so einer Biographie, schier ein Ding der Unmöglichkeit.
In den letzten 15 Monaten gab es so viele Gründe nicht Rad zu fahren, so viele objektive Gründe, die aufzuzählen sich lohnen: Die ersten Monate der Stress mit dem Haus und der Renovierung, dann die plötzliche Reise nach Österreich wegen dem Tod meines Vaters, dann mein Stress in der Arbeit, dann die Hitzeperiode, wo man schon am Frühstückstisch schwitzt und ohne Klimaanlage gar nicht einschlafen kann, dann die Regenzeit mit den schlammigen Wegen, dann die feuchte Hitze, dann der Besuch von Mutter und Tante, dann der Autourlaub in Burkina, dann der Stress mit Projekt- und Vertragsende, dann die Besuche von Anita mit Familie und von Bruno. Von wenigen Ausnahmen abgesehen war wirklich nie Zeit, sich einfach aufs Rad zu schwingen und „durch die Gegend zu tüddeln“.
Dann kam der Februar. Ich zunehmend entspannt und erholt von meinem Monsterjob, ideale Wetterverhältnisse, viel freie Zeit liegt vor uns. Was kann es Schöneres geben als mit kleinen Touren unsere Körper behutsam wieder an so etwas wie Sport zu gewöhnen? Nur 10 km Luftlinie von Bandiagara entfernt entdecken wir Dörfer einer untergehenden Welt, Höhlenmalereien, sammeln Tamarinden, bewundern Sonnenuntergänge auf dem weiten Plateau.
Es macht Spaß. Aber eigentlich will er ja nicht mehr Rad fahren, nur das Argumentationsinstrumentarium ist erschöpft. Es bleibt ihm vorigen Donnerstag also nichts anderes übrig als mit 50 Sachen oder mehr eine steile, rumpelig gepflasterte Piste hinunterzubrettern, mit einer Hand nach dem vom Fahrtwind erfassten Käppi zu greifen, die Kontrolle zu verlieren und sich hinzulegen: Schlüsselbeinbruch, Rippenprellung, Schürfwunden.
Es sollte nur eine kurze spätnachmittägliche Ausfahrt ins nächst gelegene Dorf werden, und dann dieser Alptraum. Wie ich ihn finde, steht eine Gruppe Schüler erstarrt um ihn herum. Sie setzen ihren Nachhauseweg erst fort, als Hilfe im Anflug ist. Macki, der Chef-Chauffeur im Projekt, bringt uns ins Spital nach Mopti, im Spital in Bandiagara gibt es kein Röntgengerät (genauer gesagt es gibt seit 8 Monaten eines, soll von USAID finanziert sein und so kompliziert, dass der Röntgenassistent seit 6 Monaten irgendwo auf Schulung ist, deshalb ist es – noch – nicht in Betrieb). In Mopti wollen sie ihn gleich dort behalten („hospitaliser“) und am nächsten Tag operieren, aber das verweigern wir, also entweder Überführung nach Bamako oder flugs nach Europa sind die Alternativen. Um Mitternacht zurück nach Bandiagara und am nächsten Tag 700 km ins nächste gute Krankenhaus nach Bamako.
Moussa, mein ehemaliger malischer Projektchef, hat dort alles perfekt organisiert: um 20.00 Uhr abends hat Hinnerk einen Termin beim berühmtesten Unfallchirurgen Malis, ein ruhiger, netter, älterer Herr in weitem Boubou, Professor und General der Armee. Mit wenigen Worten beruhigt er uns, der Bruch sei nicht kompliziert und müsse nicht operiert werden. Er dehnt sanft Hinnerks Schulter, bringt so das Schlüsselbein wieder in eine Linie und legt einen Stützverband an, Kontrolle in drei Wochen. „Aber kein Radfahren bis auf weiteres!“ meint er mit erhobenem Finger und verschmitztem Lächeln. Moussa und seine Familie nehmen uns bei sich zu Hause auf, hegen und pflegen uns rund um die Uhr. Am Montag wagen wir die elfeinhalbstündige Rückreise nach Hause, nach Bandiagara. Unser Leben in Mali, in unserer Villa Garage de Luxe, mag zeitweise wie eine Idylle in einem armen zerrissenen Land anmuten, die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen ist definitiv Realität.
Jetzt ist Hinnerk am Weg der Besserung, hat immer noch starke Schmerzen von der Prellung, liegt gewaschen brav am Rücken auf der Terrasse und döst im milden Nachmittagslicht vor sich hin. Alles wird gut.

PS: Seinem Mounty ist nichts passiert. Genesungswünsche an: hinex@gmx.net

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Hinnerk hat sich am Dienstag beim Wohnung räumen und herrichten verrissen und gegen Abend hat sich ein böser Hexenschuss eingestellt. Tags darauf, nach dem Besuch im Hôpital und den wenig vertrauenerweckenden Medikamenten sind wir – ein Fahrer und ein Hilfsarbeiter aus dem Projekt haben uns begleitet, die ließen sich auch gleich behandeln, „visite technique“ nannten wir es spaßeshalber – mit ihm zu einem traditionellen Heiler in ein Dorf gefahren. Dort, in Ficko, ordiniert der Altmeister mit seinen drei Söhnen.

Die Praxis

Ein Kräutersud wurde gebraut, sein Rücken damit eingerieben, und plötzlich griffen Abdoulaye und Ibrehima zu und bogen und streckten ihn, dass er aufgebrüllt hat. Dann wurde mit einem Kuhhorn geschröpft und mit einem Messer feine Schnitte in den Rücken gemacht, um das „tote Blut“ herauszusaugen…  Aly hat gelacht und ich auch, allerdings mit einen Anflug von Übelkeit im Hals. Wie ich an die Reihe kam zu einer präventiven Kurzbehandlung, verging es mir völlig.

Behandlungsraum

Neben dem Schröpfen lässt sich schön mit dem Handy spielen

Ich erhielt vom Altmeister den Auftrag, am Abend ein Huhn zu köpfen und zuzubereiten, damit er zu Kräften kommt. Zufällig – aber jeder Dogon würde an Vorsehung glauben – hat uns am Vortag unser Hausbesitzer einen lebenden Hahn geschenkt (weil er uns seit 10 Monaten 55.000 FCFA schuldet und immer noch nicht zurückzahlen kann, sag ich nun mal). Ich rief sofort den Wächter, der hat mir binnen einer halben Stunde den Hahn geköpft, gerupft und ausgenommen. Beim Zerteilen musste ich ihm helfen, da hatte ich das erste Mal in meinem Leben ein lebendwarmes Fleisch in der Hand, fühlte sich irgendwie so eklig an wie kuhwarme Milch auf einer Alm. Dann kochte ich es griechisch-senegalesisch mit Zwiebel, Zitrone, Senf, Chili, Thymian und Olivenöl.

Gegen 23.00 rief mich der Wächter, er stand da im dunklen Garten mit einem großen stattlichen Mann neben ihm. Ich dachte schon, der hätte eine Knarre in der Hand, weil er den rechten Arm eigenartig hinter dem Rücken des Wächters hielt. Die Ereignisse von Hombori gehen nicht spurlos an einem vorbei, und ein Besuch um diese Uhrzeit ist auch nicht alltäglich. Aber er stellte sich als Direktor des Postamts vor, der bei demselben Heiler in Behandlung ist, und wollte meinen Mann nur „grüßen“, d.h. sich gegenseitig gute Besserung wünschen. Er zeigte mir seine schmerzende eingebundene Schulter und erzählte mir seine Krankheitsgeschichte. Als Weiße nahm ich mir die Unhöflichkeit heraus, ihn nicht ins Haus zu lassen und Hinnerk nicht zu wecken.

Tags darauf ging es Hinnerk tatsächlich besser, aber er lag den ganzen Tag noch brav am Rücken im Bett – so wie es der Altmeister angeordnet hat. Seit gestern ist er wieder auf den Beinen.

Geschnitten und geschröpft

Ich glaube ich werde noch lange nicht arbeiten, das Leben ohne zu arbeiten ist viel zu spannend.

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Bin Sonntagabend in Bamako angekommen, nach 10 Stunden Fahrt inklusive Frühstücks- und Mittagspausen sowie einigen Kaufstopps auf der Strecke: Macki, der Chef-Chauffeur, nutzt solche Fahrten immer für die Versorgung seiner Großfamilie – 20 Wassermelonen, 7 Holzkohlensäcke, mehrere Kanister Sauermilch. Eine Gruppe von Peul-Frauen verkauft diese Sauermilch am Straßenrand, und auf der Rückreise werde ich für Hinnerk, der diesmal „zu Hause“ geblieben ist, einige Flaschen mitnehmen; er ist begeisterter Sauermilchtrinker, schmecken tut sie mir auch, aber nach einem Glas hat bisher noch immer mein Darm zwar nur kurz aber trotzdem rebelliert. Die Sauermilch wird entweder in gebrauchten Ölkanistern oder den allgegenwärtigen eineinhalb Liter Plastikflaschen abgefüllt – ein weiterer Aspekt zum Thema Abfallverwertung. Die leeren Plastikwasserflaschen sind begehrte Objekte, und einer für Fremde undurchschaubaren Logik folgen betteln Kinder in einem Ort gar nicht, in einem anderen wollen sie „100 Francs“, einen „Bic“, ein „Cadeaux“ oder fordern vehement eine leere Wasserflasche. Und dann gibt es noch die jungen Koranschüler, die mit einer an einen Stock gebundenen leeren Metalldose oder einem Plastikübelchen, wie es bei uns die Kinder zum Sandspielen verwenden, um Essensreste oder Geld betteln.

Auch bei dem Stand der Peul-Frauen ist plötzlich so ein schmächtiger Junge mit zerlumpten Leibchen neben mir gestanden und hat nicht aufgehört mich anzuschauen und jede meiner Bewegungen zu beobachten. Der Anblick dieser jungen Burschen geht mir immer durch Mark und Bein, sie müssen ihre Mahlzeiten jeden Tag auf der Straße erbetteln und dem Lehrer abliefern, wie dieser das Essen verteilt und was passiert, wenn sie ohne Beute in die Schule zurückkommen, weiß ich nicht, aber für mich sehen alle unendlich ernst und traurig aus. Ich habe dann die Autotür geöffnet und ihm ein paar Münzen und zwei Bananen herausgereicht. Er hat die Hand fest um die Münzen gepresst und gleich beide Bananen verschlungen. Macki hat seine Sauermilchkanister im Laderraum verstaut, der Junge ist immer noch stumm und fast reglos vor mir gestanden, die Münzen in der Faust, und wie die Autotüren zugeschlagen waren, begann er zaghaft zu lächeln. Sein Lächeln wurde breiter, er hat seine freie Hand gehoben und gewunken, das leere Kübelchen hat an seinem Gelenk gebaumelt. Auf der Weiterfahrt habe ich mir nur mehr gewünscht, dass ihn abends die Erinnerung an den Geschmack der Banane das Einschlafen versüßt.

Ja, und ich bin dann am Sonntag Abend im ded Büro mit Klimaanlage und WLan gesessen und konnte nach 3 Wochen Entzug gar nicht glauben, wie rasch sich Seiten öffnen und Fotos raufladen lassen. Hatte schon fast vergessen, dass Internet richtig Spaß machen kann.

Sonst war mein Zustand am Sonntag nicht erfreulich, ich bin mehrere Tage unter Drogen (=Überdosis Schmerztabletten) gestanden, damit ich meine Schulterschmerzen irgendwie aushalte. Ich konnte 3 Tage meinen linken Arm kaum bewegen und kaum schlafen, so sehr hat das Gelenk geschmerzt. Am Freitag letzter Woche war ich im Spital in Bandiagara, der Arzt meinte, es sei keine Entzündung, sondern Frauen in meinem Alter wären in der Menopause und hätten oft Probleme mit den Gelenken, insbesondere Hüften und Schultern, und er hat mir Calcium Brausetabletten verschrieben. Diese Erfahrung hat mich in die Arme einer französischen Privatklinik in Bamako getrieben, der Arzt hat eine Entzündung der Gelenkskapsel festgestellt, mir eine Spritze tief in die Schulter gegeben, die gar nicht weh tat, und nach zwei Tagen konnte ich den Arm schmerzfrei schon wieder so weit heben, dass ich mir allein die Haare waschen konnte.

Donnerstags war ich dann noch in einer malischen Klinik wegen eines Attests, das wir dem Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr – bei der Einreise haben wir ein Visum für drei Monate erhalten – beilegen müssen. In dem Behandlungsraum, von dem mir am deutlichsten das Kalenderbild einer verschneiten Winterlandschaft in Japan in Erinnerung geblieben ist, haben mich zwei junge Ärzte befragt: ob ich gesund sei, gut atmen könne, ob ich gut höre und gut sehe. Es waren dann beide ob des Fachausdrucks für meine Sehschwäche – weit- oder kurzsichtig – unsicher und einer ging um seinen Vorgesetzten zu konsultieren. Währenddessen erzählte mir Dr. Sagara, dass er Deutsch in der Schule gelernt hatte und dass er noch wüsste, dass Vienne die Hauptstadt von Österreich sei. Er freute sich sehr, dass ich aus Vienne kam und mich die japanische Winterlandschaft an meine Heimat erinnerte. Nachdem geklärt war, dass ich kurzsichtig war (meine Altersweitsichtigkeit hatte ich der Einfachheit halber nicht erwähnt), bat ich, auch das Attest für meinen Mann zu erstellen. Ich beantwortete die Fragen zu seinem Gesundheitszustand und erhielt problemlos sein Attest. Zum Abschied schüttelten mir beide herzlich die Hand und versicherten mir weiterzuhelfen, falls die Polizei am nächsten Tag ein ausführlicheres Gesundheitszeugnis verlangt.

Am Eingang zum Polizei-Hauptgebäude bieten junge Männer die notwendigen  Stempelmarken mit einem Aufschlag von 25% an, so erspart man sich die Fahrt zum Finanzministerium, wo diese offiziell verkauft werden. Die Beamtin würdigte die Gesundheitsatteste keines Blicks und am nächsten Tag konnte ich die beiden Pässe mit einer Aufenthaltsgenehmigung bis 8. Jänner 2012 abholen.

Ich habe diese Woche gemeinsam mit drei anderen Neueingereisten an der sogenannten ViP – Vorbereitung im Partnerland – des ded teilgenommen, ein bunt zusammen gemischtes Programm über Schwerpunkte im Land, verwaltungstechnische Fragen, malische Landeskunde etc… In Summe ein recht entspannte Angelegenheit, nette KollegInnen, aber mit meinem Gesundheitszustand, diversen Erledigungen in Bezug auf die Hausrenovierung und projektbezogenen Meetings in den Pausen war auch diese Woche wieder randvoll. Vielleicht sollte ich einfach einmal während meiner regulären Arbeitszeit krank werden. Und das gestrige Modul über die weibliche Genitalverstümmelung ist mir dann noch so richtig eingefahren: Mali hat bis heute keine klare Position dagegen bezogen, und es ist davon auszugehen, dass selbst in Bamako bis heute über 90% der Mädchen beschnitten werden. Mir ist jetzt noch übel. So viele herzliche Menschen, so viele schöne starke Frauen und so viel Gewalt und Grausamkeit, die wir nicht sehen.

Meine ViP geht noch bis Dienstag weiter und dann fahre ich ins beschauliche und ruhige Bandiagara zurück. Diese friedliche Atmosphäre im Dogonland, sie kontrastiert mit einer Warnung der Deutschen Botschaft, die wir diese Woche erhalten haben: Malische Truppen hätten sich auf den Weg in den Norden gemacht, um an der mauretanischen Grenze Rebellen zu bekämpfen. Ausländer sollen sich in Mopti/Sevare, wo es eine Militärbasis gibt und das ja nur 70 km von uns entfernt ist, nicht auffällig verhalten (was immer das heißt). Auch wenn das Dogonland nicht von Ausgangssperren oder anderen Beschränkungen betroffen ist, so wie es derzeit aussieht, wird sich der Traum von einer Reise nach Timbuktu nicht so schnell realisieren lassen.

Passiert ist diese Woche noch viel viel mehr, ich bin übervoll mit Eindrücken, Gedanken, Erlebnissen, aber jetzt mach ich trotzdem Schluss. Und auch wenn viele geantwortet haben, es gäbe „nur“ Alltagsgeschichten zu erzählen – grau, kalt, Advent – wir freuen uns trotzdem über Neuigkeiten aus der Heimat!

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